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Teilnehmer
des Podiumgesprächs: Meinhard
Tenné Dr.
Paul Köppler Prof.
Urs Baumann Dr.
Nadeem Elyas Christopher
Sprung Johannes
Frühbauer Dr.
Andreas Rössler
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Pressespiegel Weltreligionstag 2002
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Stuttgarter Zeitung online vom 18. Januar 2002 Bahá'i 1951 war das 1. Mal, dass die Bahá'i-Gemeinde den Weltreligionstag in Stuttgart feierte, mittlerweile ist er in 80 Ländern zur Tradition geworden. 2002 sollen Vertreter verschiedener Religionen an diesem Sonntag bei der Feierstunde im Stuttgarter Neuen Schloss in einer Podiumsdiskussion ins Gespräch kommen. Damit knüpfen die Veranstalter an die Erklärung des Interkulturellen Rates im Oktober 2001 an, der sich - vor dem Hintergrund des 11. September - für ein weltoffenes und fremdenfreundliches Deutschland einsetzt. Über das Thema «Religionen gemeinsam gegen Gewalt» werden in einer Podimsdiskussion unter anderen Professor Urs Baumann vom Institut für Ökumenische Forschung der Uni Tübingen, Meinhard Tenné vom Zentralrat der Juden, Paul Köppler von der buddhistischen Union, Nadeem Elias vom Zentralrat der Muslime und Christopher Sprung von den Bahá'i sprechen. «Gemeinsam wollen wir die verschiedenen Aspekte des Themas beleuchten», sagt Hartmut Nowotny vom Arbeitskreis Weltreligionstag. «Und wir wollen den übergreifenden Konsens gegen die Gewalt suchen. Wir beginnen beim Einzelnen in der Familie, gehen über gesellschaftliche Fragen bis hin zu internationalen Gepflogenheiten.» Neben der aktuellen Weltpolitik soll über das konkrete Zusammenleben in Deutschland gesprochen werden. Und nicht zuletzt werden sich die Vertreter auch zu den Gewaltpotenzialen in den einzelnen Religionen Gedanken machen. Der Terroranschlag des 11. September, der Krieg im Nahen Osten, Religionskonflike in Nordirland - jede Religion erhebt oft einen Absolutheitsanspruch. Ist ein Friede unter den Religionen denn überhaupt möglich? Ohne Dialog sicher nicht. Auch der Theologe Hans Küng fordert einen interreligiösen Dialog schon lange. «Worauf ich immer Wert gelegt habe, dass die Religionen zwar verschieden bleiben, aber dass die Religionen gemeinsame ethische Standarts haben. Und die gilt es zu pflegen», meint Küng. Gemeinsame ethische Standarts - das sind etwa Ideale wie Gerechtigkeit, Ehrlichkeit oder Fairness. Über die müsse gesprochen werden. Vom gleichgültigen Nebeneinander zu konstruktivem Miteinander - darum geht es auch Hartmut Nowotny: «Für uns als Bahá'i-Gemeinde ist wichtig, dass die verschiedenen Religionen in den Dialog kommen: dass wir uns kennenlernen, unser gemeinsames Potenzial finden und Vorurteile abbauen. Schließlich leben wir in einer pluralistischen Gesellschaft und da gilt es, nicht gegen- sondern miteinander zu wirken.» Und ähnlich wie der Muttertag solle auch solch eine Veranstaltung wie der Weltreligionstag keine Eintagsfliege bleiben. «Was nützt es, wenn man einmal im Jahr der Mutter Blumen kauft und den Rest des Jahres mit dem Abwasch alleine lässt?» Genauso sei es mit dem Weltreligionstag. Auch der interreligiöse Dialog braucht Pflege... INFO: http://www.bahai.de
Stuttgarter Nachrichten vom 19. Januar 2002 Friedliches
Zusammenleben der Kulturen VON JÜRGEN BOCK Die Bahá'i sind mit rund 150 Jahren die jüngste und auch kleinste der Weltreligionen, haben aber geografisch die größte Ausdehnung nach dem Christentum. In 190 Ländern gibt es die Gläubigen, die davon überzeugt sind, dass die Weltreligionen aufeinander aufbauen und geistige Gemeinsamkeiten wie die Forderung nach Frieden übereinstimmend beinhalten. «Bei uns gibt es aber wenige Rituale und keinen Klerus, wir sind eine selbstverwaltete Organisation, bei der Meditation und Gebet eine wichtige Rolle spielen», so Hartmut Nowotny. Hauptziel sei die Förderung des interreligiösen Dialogs. Rund 6000 Bahá'i gibt es in Deutschland, davon etwa 60 in Stuttgart. Auf Initiative der Bahá'i wird seit über 40 Jahren weltweit immer am dritten Januarsonntag der Weltreligionstag gefeiert. «Das soll aber nur ein Anlass sein, der ins alltägliche Leben übergehen muss», so Nowotny. Bis in die sechziger Jahre hinein wurde diese Tradition in Stuttgart gepflegt, dann geriet sie in Vergessenheit. Vor zwei Jahren haben die Bahá'i den Weltreligionstag in der Landeshauptstadt wieder belebt. «In den letzten beiden Jahren gab es nur Einzelvorträge. Diesmal soll der Austausch in einem Podiumsgespräch stattfinden», so Michael Gollmer, Mitglied des Arbeitskreises. Auf der Bühne im Weißen Saal des Neuen Schlosses werden am Sonntag um 15 Uhr Vertreter verschiedenster Religionen sitzen, unter anderen Nadeem Elyas vom Zentralrat der Muslime und Meinhard Tenné vom Zentralrat der Juden. Tenné freut sich auf die Diskussion: «Die Bahá'i wollen Grenzen abreißen und gemeinsame Wurzeln hervorholen.» Moderiert wird das mit Spannung erwartete Gespräch von Andreas Rössler, Chefredakteur des «Evangelischen Gemeindeblatts» für Württemberg.
Stuttgarter Zeitung, Seite 4 (Politik), vom 21. Januar 2002 Gepredigt
wird der Friede überall Von Michael Trauthig Unter dem Banner des Glaubens werden weltweit Menschen getötet. In Palästina kämpfen Juden gegen Muslime, in Nordirland Protestanten gegen Katholiken, in Indien und Pakistan Hindus gegen Moslems. Dieser Entwicklung entgegenzuwirken, ist ein Anliegen des Weltreligionstags. Er wurde 1951 am dritten Januar-Sonntag in Stuttgart eingeführt und wird nun in gut 80 Ländern der Erde gefeiert. In der Landeshauptstadt kamen auf Einladung der Bahai-Gemeinschaft Vertreter von fünf Weltreligionen zusammen. Unter dem Motto «Religionen gemeinsam gegen Gewalt», wurde diskutiert, wie die Quellen des Fanatismus trockenzulegen sind. Dass diese Frage viele Menschen bewegt, zeigte der gute Besuch der Podiumsdiskussion im Neuen Schloss. Wer aber gehofft hatte, nun werde der Vertreter des Judentums zu Israels Liquidierungspolitik Stellung nehmen oder der Zentralratsvorsitzende der Muslime in Deutschland, Nadeem Elyas, werde seine Sicht des Afghanistan-Kriegs erläutern, sah sich enttäuscht. Statt eine aktuelle Debatte zu führen, übten sich die Diskutanten im höflichen interreligiösen Dialog. Dieser mag zwar helfen, Vorurteile abzubauen und das Miteinander im Alltag einzuüben. Er birgt aber auch die Gefahr, zum Ritual zu verkommen. Kaum weiter führend wirkte es in dem gestrigen Rahmen jedenfalls, wenn die Diskutanten einhellig betonten, sowohl Buddhisten wie auch das Judentum, Christentum, der Islam und die Bahai predigten den Frieden. Die Vorschläge blieben vage und boten kaum Neues. Urs Baumann vom Institut für ökumenische Forschung in Tübingen regte an, die Religionen müssten ihren Absolutheitsanspruch hinterfragen. Stellten sie das Trennende hintan, könnten sich die Religionen auf ein Weltethos einigen. Ähnlich äußerte sich Christopher Sprung von den Bahai und Paul Köppler von der Deutschen Buddhistischen Union. Allerdings stießen sie auf den Widerspruch von Elyas. Er sagte, gläubige Muslime gingen davon aus, im Besitz der Wahrheit zu sein. Das hindere sie aber nicht, Anhängern anderer Religionen mit Respekt zu begegnen. Nur Meinhard Tenné von der Israelitischen Religionsgemeinschaft präsentierte eine überraschende Idee. Er regte eine Massendemonstration aller Gläubigen an. «Wenn nur die Hälfte dieser zwei Milliarden Menschen auf der Welt für den Frieden auf die Straße geht, könnte die Politik an einer solchen Kundgebung nicht mehr vorbei».
Stuttgarter Zeitung, Leserbrief zu «Gepredigt wird der Friede überall», vom 5. Februar 2002 Männer unter sich Der diesjährige «Weltreligionstag» stand unter dem aktuellen Thema «Religionen gemeinsam gegen Gewalt» - ein Friedensvorhaben, das ich gerne besuchte. Befremdlich war mir allerdings, dass nur Männer zu Wort kamen. Nun ist bekannt, dass in den Religionen seit je her weithin Männer das Sagen haben. Inzwischen regen sich allerdings, mindestens in Kirchen, auf allen möglichen Ebenen kräftig Frauen bis hin zu führenden Positionen. Dies fand unter den Rednern des diesjährigen Weltreligionstages keinen Ausdruck. Schade! Dabei sind Frauen, wo's um Gewalt - auch, aber nicht nur um kriegerische Gewalt - geht, besonders betroffen, weithin die Hauptopfer und Leidtragenden. Karl Schmidt, Stuttgart
dpa vom 22. Januar 2002 (bezieht sich zwar nicht auf den Weltreligionstag, steht aber in thematischem Zusammenhang) Unwort des Jahres 2001: Gotteskrieger Das «Unwort» des Jahres 2001 heißt «Gotteskrieger». In der Begründung der Jury heißt es: «Kein Glaube an einen Gott gleich welcher Religion kann einen Krieg oder gar Terroranschläge rechtfertigen.» Die Bezeichnung werde vor allem in akustischen Medien oft ohne kritische Distanz gebraucht. Auf Platz zwei kam der «Kreuzzug» als Umschreibung der militärischen Vergeltung. Auf Rang drei wurde die «extrem verharmlosende Benennung» von Osama bin Laden als Topterrorist gesetzt. Die Formulierungen wurden aus rund 1400 Zuschriften mit 727 verschiedenen Vorschlägen ausgewählt. Mit dem «Unwort» werden Begriffe gerügt, «welche die Erfordernisse sachlicher Angemessenheit und humanen Miteinanders besonders deutlich verfehlen».
Evangelisches Gemeindeblatt für Württemberg 4/2002 (27. Januar), Seite 4 Absolutheitsansprüche
auf dem Prüfstand Von Andreas Rössler «Religionen gemeinsam gegen Gewalt», das Thema des Stuttgarter «Weltreligionstags» am 20. Januar, ist nach dem 11. September 2001 besonders aktuell, da für die Terroranschläge in den USA auch eine (islamistische) religiöse Begründung gegeben wurde. Wo liegen in den Religionen die friedensstiftenden und wo die gewalttätigen, zerstörerischen Momente? Können die Religionen wirksam gegen «Gewalt» angehen? Organisiert wurde der «Weltreligionstag» von Mitgliedern der Bahá'i-Religion. Eine Vorgabe für den Weltreligionstag war die «Weimarer Erklärung» des «Interkulturellen Rats in Deutschland» vom 2. Oktober 2001: «Lasst euch von Terroristen nicht instrumentalisieren. Wirklich religiöse Menschen lehnen Gewalttaten ab und sind keine Fanatiker. Nehmt ernst, was unsere Religionen gebieten und was Grundgesetz und Menschenrechte fordern: Schützt den Fremden!» Diese nicht unumstrittene These, alle klassische Religionen seien in ihrem Ursprung und ihren maßgeblichen Urkunden friedliebend, vertrat in dem Stuttgarter Podiumsgespräch Naadem Elyas, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland: «Die erste Phase der Religion ist friedfertig. Hier hat sich die Religion in ihrem wahren Wesen gezeigt. In ihrem Kern sind die Religionen nicht gewalttätig, sondern wollen den Frieden.» Unter dieser Voraussetzung geht die Unterscheidung von «wahrer» und «falscher Religion» jedenfalls auch quer durch die Religionen. Auch wer für die eigene Religion einen Absolutheitsanspruch vertritt und alle anderen Religionen in ihrem Verständnis von Gott, Mensch, Welt und Erlösung für verkehrt hält, muss dann doch noch einmal unterscheiden. Es gab und gibt eben in allen Religionen Verstöße gegen die Menschenwürde, und es finden sich in allen Weltreligionen Beispiele von Gerechtigkeit und Nächstenliebe. Christopher Sprung vom Nationalen Geistigen Rat der Bahá'i kritisierte religiöse Absolutheitsansprüche: «Nach dem Glauben der Bahá'i gilt es heute, alle Absolutheitsansprüche über Bord zu werfen und unsere gemeinsame Quelle, den gemeinsamen Ursprung aller Religionen zu erkennen und an ihn zu glauben.» Das heiße aber, jede andere Religion nicht nur zu «dulden», «sondern an ihren ebenso gleichrangigen Wahrheitskern, an ihre ebenso gleichwertige göttliche Quelle, zu glauben.» Es gebe eine «fortschreitende Offenbarung» Gottes. Der Tübinger katholische Theologe Professor Urs Baumann nannte den Anspruch, nur die eigene Religion sei wahr, eine Quelle für Gewalttätigkeiten, vor allem wenn sich dieser Anspruch noch in die Politik umsetzt wie 380, als das katholische Christentum zur einzigen im römischen Reich zulässigen und für alle verbindlichen Religion erklärt wurde. Religion werde zur Unterdrückung von Menschen missbraucht, wenn sie in den Dienst der Machtpolitik gestellt werde. Baumann hält es für berechtigt, die eigene Religion «als die beste für sich selbst» zu verstehen, aber Andersgläubige hätten eben für sich selbst dasselbe Recht. Religionen seien wie Landkarten. Es gebe unterschiedliche Landkarten, aber alle wollten zum Ziel führen. Ähnlich äußerte sich Meinhard Tenné, der frühere Vorsitzende der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs: «Jeder Glaubende muss glauben, die Wahrheit gefunden zu haben, darf diese aber nicht anderen überstülpen.» Der buddhistische Meditationslehrer Paul Köppler griff das Bild von der Landkarte auf: «Die Landkarte ist noch nicht das Land.» Keine Religion sei im Besitz der Wahrheit. Auch die Gläubigen seien «Unwissende». Für religiös eingestellte Menschen sei «Bescheidenheit» angebracht. Religion sei in erster Linie ein Weg, der zu begehen ist. Eine Gegenposition dazu bezog Nadeem Elyas. Religiöser Glaube bedeute eine feste Überzeugung: «Ich habe die Wahrheit gefunden.» Die Existenz Gottes des Schöpfers sei «absolute Wahrheit». Immerhin: Auch wer wie die Buddhisten keinen Schöpfergott anerkenne, strebe als religiöser Mensch doch die absolute Wirklichkeit an. «Die Gottesbilder sind verschieden, aber der eine Gott ist der Gott aller.» Dass die einzelnen Gläubigen unter einer unausweichlichen Verantwortung vor der absoluten Instanz stehen, war nicht umstritten. Elyas wies auf die Kraft hin, welche die Religion ihren Gläubigen dafür vermittle, um gegen Ungerechtigkeit und die Bevormundung der Völker durch andere Völker anzugehen. Ähnlich sagte der katholische Theologe Johannes Frühbauer von der Tübinger «Stiftung Weltethos», die religiöse Überzeugung motiviere zum ethischen Handeln. «Versöhnung» sei eine ureigene Sache der Religionen, und zwar «im Bewusstsein der einen Menschheit». Tenné betonte, alle Menschen seien zum «Ebenbild Gottes» geschaffen und vor Gott gleich. Gerade deshalb sei es nötig, «dem Frieden nachzujagen» (Psalm 34,15) und dies nicht dem Staat zu überlassen. Gemeinsam könnten die Gläubigen der Weltreligionen einen Druck auf die Machthaber ausüben, Gerechtigkeit zu schaffen. Tennés Grundsatz «Religionen sind länderübergreifend, daher müssen wir aufhören, sie einzelnen Ländern zuzuordnen» würde etwa bedeuten, dass die gegenwärtige Politik des Staates Israel und die jüdische Religion zweierlei sind. Dass Gewalt nicht durch neue Gewalt gelöst werden könne, sei ein «Lebensgesetz», sagte der Buddhist Köppler. Dauerhafte Konfliktlösung erfordere eine «friedliche Haltung».
Die Bahá'i-Religion ist die jüngste Weltreligion, entstanden um 1844 bis 1863 in Persien. Religionsgeschichtlich gesehen eine Verselbständigung aus dem schiitischen Islam, sind die Bahá'i monotheistisch und glauben, Gott offenbare sich in allen großen Religionen. Sie gehen von der «Einheit der Menschheit» aus und fordern eine «Weltordnung». Ihr Religionsgründer Bahá'u'lláh (1817-1892) verstand sich als bislang letzten großen Offenbarer. Er lebte ab 1868 in Akka in der Verbannung. In der Leitung der Bahá'i folgte ihm sein Sohn 'Abdu'l-Bahá (1844-1921). Seit 1963 steht das neunköpfige «Universale Haus der Gerechtigkeit» in Haifa an der Spitze. Weltweit umfasst die Bahá'i-Religion etwa 5-6 Millionen erwachsene Gläubige. Hauptverbreitungsgebiete sind der Iran (dort sind sie aber verboten und werden teilweise blutig verfolgt), Indien, Afrika und die USA. In Deutschland haben sie heute etwa 6000 Mitglieder.
Computer-Bild Ausgabe 4/2002 vom 11. Februar 2002 Alle zwei Wochen zeichnet Computer-Bild die interessantesten neuen Internet-Adressen aus. Auch www.weltreligionstag.de wurde auf diese Bestenliste aufgenommen.
Bahá'í World News Service, Top News Story, 20 February 2002 World Religion Day celebrated by Baha'i communities around the world STUTTGART, Germany, 20 February 2002 (BWNS) -- More than 400 people gathered here on 20 January 2002 for a multi-faith discussion on the topic of "Religions against Violence" in commemoration of World Religion Day. The commemoration was one of dozens, if not hundreds, of celebrations of World Religion Day held worldwide this year. Initiated in 1950 as an effort to foster interfaith understanding, World Religion Day is now commemorated worldwide on the third Sunday in January. The Stuttgart commemoration was sponsored by the Bahá'í community of Germany and held at the Neues Schloss, an 18th Century chateau built for the Wurttemberg Kings. The participants in a panel discussion on the topic of religious violence included Meinhard Tenné of the Central Jewish Council of Germany; Dr. Paul Köppler of the German Buddhist Union; Prof. Urs Baumann, department of theology, University of Tübingen; Dr. Nadeem Elyas, President of the Central Muslim Council of Germany; Dr. Johannes Frühbauer of Hans Küng's Foundation for World Ethics; and Christopher Sprung of the National Spiritual Assembly of the Bahá'ís of Germany. The panel discussed both the peace-promoting elements of religions as well as their potential to generate conflict and war. All agreed that world religions, if seen in their true essence, are against violence. "The motto of the panel was, essentially, that 'true believers are against violence and terror' and 'you should take seriously what your faith is telling you,' " said Mr. Sprung. Panelists also noted that competing claims of exclusive truth often prevent religions from establishing a climate of harmony and unity. Prof. Baumann, a Catholic theologian, said the notion that a religion is "the only path to truth and salvation" has all too often been considered the "greatest reason for violence," especially when such a claim becomes institutionalized by government or politics. Dr. Frühbauer emphasized the urgency to recognize a set of ethical principals common to all cultures and religions. This "minimum set" should be adopted at large by all to safeguard and foster social progress in times of globalization. Mr. Sprung responded by suggesting that religions in particular must together form a "maximum set" of ethical and religious common principles, otherwise the social momentum of any religion would vanish. Both the Jewish and the Buddhist representative referred to the equity of religions, suggesting that "religions are like different land maps," providing orientation to their followers. Several large regional newspapers reported at length about the event. A website about World Religion Day and the Stuttgart event exists at www.weltreligionstag.de. The site was called one of the 100 most interesting new websites by Computer Bild, a leading German computer magazine. Other significant World Religion Day commemorations -- all held on 20 January -- included events in Bulgaria, Mongolia, Pakistan and the United States, where numerous local Bahá'í communities sponsored celebrations. A website dedicated to World Religion Day (www.worldreligionday.com) lists some 15 more countries as having events scheduled for this year, encompassing: Albania, Australia, Australia, Canada, Hong Kong, India, Ireland, Italy, New Zealand, Norway, Panama, Slovakia, Switzerland, United Kingdom, and Vanuatu. In Bulgaria, about 45 people gathered at the national Bahá'í Center in Sofia. Participants included followers of diverse religions, academicians, and representatives of non-governmental organizations. The program included the reading of prayers by members of various religions, including the Bahá'í Faith, Catholicism, Eastern Orthodox Christianity, Hinduism and Islam. After the devotional program, a talk entitled "Religious Tolerance - Historical Scope and Modern Understanding" was given by Theodore Bourilkov, member of National Spiritual Assembly of the Bahá'ís of Bulgaria, which sponsored the event. In Mongolia, more than 100 people gathered in Ulan Bator to commemorate the Day. Representatives from the Bahá'í Faith, Buddhism, Christianity, and Islam were present, as were several government officials and four lecturers from the religious studies department of the national university. "The theme of the gathering was the 'oneness of humanity,' and the program consisted of short prayers from each faith, interspersed with devotional music, and short talks," said Dulamsuren, secretary of the National Spiritual Assembly of the Bahá'ís of Mongolia, which sponsored the event. The event was covered by two national television channels. In Pakistan, more than 50 people gathered for a program at Bahá'í Hall in Karachi. A number of members of Pakistan's Zikri community participated. The Zikri community is a peaceful Sufi sect of Islam. In the United States, events were scheduled in Arizona, Arkansas, California, Colorado, Florida, Illinois, Indiana, Louisiana, Minnesota, Massachusetts, New Hampshire, New York, North Carolina, Oregon, Pennsylvania, and Utah, among other places, according to the World Religion Day website. World Religion Day was initiated in 1950 by the National Spiritual Assembly of the Bahá'ís of the United States. Bahá'ís celebrate the day by hosting discussions, conferences, and other events which foster understanding and communication between the followers of all religions. In 1985, the government of Sri Lanka issued a postage stamp in commemoration of the day. The purpose of World Religion Day is to call attention to the harmony of spiritual principles and the oneness of the world's religions and to emphasize that world religion is the motivating force for world unity. As stated in Bahá'í scripture: "...religion should be the cause of love and agreement, a bond to unify all mankind for it is a message of peace and goodwill to man from God" and "Religion is the greatest of all means for the establishment of order in the world and for the peaceful contentment of all that dwell therein." GER-BP-020220-1-WRDAY-151-S
Bahá'í World News Service, französische Ausgabe La Journée Mondiale de la Religion STUTTGART, Allemagne, le 20 février 2002 (BWNS) -- En commémoration de la journée mondiale de la religion plus de 400 personnes se sont réunies le 20 janvier 2002 pour une discussion inter-religieuse sur le thème »Les religions contre la violence«. Cétait une commémoration parmi les douzaines sinon les centaines de célébrations de la journée mondiale de la religion qui se sont tenues, cette année, dans le monde entier. Instituée en 1950 comme essai pour favoriser la compréhension inter-religieuse, la journée mondiale de la religion est maintenant commémorée dans le monde entier le troisième dimanche de janvier. À Stuttgart la commémoration était parrainée par la Communauté baháíe dAllemagne et a eu lieu à Neues Schloss, un château du 18ème siècle construit par les rois du Wurtemberg. Parmi les participants à la discussion sur le thème de la violence religieuse, étaient présents Meinhard Tenné du Conseil central juif dAllemagne ; le Dr Paul Köppler de lUnion bouddhiste dAllemagne ; le Prof. Urs Baumann, du département de théologie à luniversité de Tübingen ; le Dr Nadeem Elyas président du Conseil central musulman dAllemagne ; le Dr Johannes Frühbauer de la Fondation Hans Küng pour les éthiques du monde et Christopher Sprung de lAssemblée spirituelle nationale des baháís dAllemagne. La discussion a porté sur les facteurs qui dans les religions favorisent la paix aussi bien que sur leur potentiel à engendrer conflits et guerres. Tous étaient daccord sur le fait que les religions du monde, si elles sont vues dans leur essence véritable, sont contre la violence. »La devise de la discussion était, essentiellement, que les véritables croyants sont contre la violence et le terrorisme« et »qu'ils devraient considérer sérieusement ce que leur foi leur dit« a dit M. Sprung. Les participants ont également noté que des revendications concurrentes de vérité exclusive empêchent souvent les religions détablir un climat dharmonie et dunité. Le Prof. Baumann, théologien catholique, a dit que l'idée quune religion est »lunique chemin vers la vérité et le salut« a trop souvent été considérée comme »le plus grand motif de violence«, spécialement quand une telle revendication se trouve institutionnalisée par un gouvernement ou des politiques. Le Dr. Frühbauer a souligné lurgence de reconnaître un ensemble de principes éthiques communs à toutes les religions et cultures. Cet »ensemble minimal« devrait être adopté en totalité par tous pour sauvegarder et encourager le progrès social en ces temps de globalisation. M. Sprung a répondu en suggérant que les religions, notamment, doivent élaborer ensemble »un ensemble maximal« de principes éthiques et religieux communs, autrement la force sociale de toute religion disparaîtra. Les représentants juifs et bouddhistes ont tous les deux évoqué la justice des religions, disant que »les religions sont comme des cartes topographiques différentes« donnant lorientation à leurs adeptes. L'événement a été longuement rapporté dans plusieurs journaux régionaux importants. Dautres commémorations importantes de la journée mondiale de la religion ont eu lieu le 20 janvier en Bulgarie notamment, en Mongolie, au Pakistan et aux États-Unis, où de nombreuses communautés locales baháíes ont parrainé des célébrations. Un site web dédié à la Journée mondiale de la religion (www.worldreligionday.com) compte 15 pays qui ont programmé cette année des célébrations dont l'Albanie, l'Australie, l'Autriche, le Canada, Hong Kong, l'Inde, l'Ireland, l'Italie, la Nouvelle-Zélande, la Norvège, Panama, la Slovaquie, la Suisse, le Royaume-Uni et Vanuatu. En Bulgarie, environ 45 personnes se sont réunies au Centre national baháí de Sofia. Les participants comprenaient des adeptes de diverses religions, des académiciens et des représentants dorganisations non-gouvernementales. Le programme comportait la lecture de prières par des membres de différentes religions, baháís, catholiques, orthodoxes, hindous et musulmans. Après le programme de dévotion, Théodore Bourilkov, membre de lAssemblée spirituelle nationale des baháís de Bulgarie qui parrainait cet événement, a fait une conférence sur le thème »Tolérance religieuse - survol historique et compréhension moderne«. En Mongolie, plus de 100 personnes se sont réunies à Ulan Bator pour célébrer la journée. Des représentants de la foi baháíe, du bouddhisme, du christianisme et de lislam étaient présents, ainsi que plusieurs personnalité gouvernementales et quatre assistants du département des études religieuses de luniversité nationale. »Le thème de la réunion était lunité de lhumanité et le programme consistait en courtes prières de chaque foi, entrecoupées de musique sacrée et de brèves causeries« a dit Dulamsuren, secrétaire de lAssemblée spirituelle nationale des baháís de Mongolie qui parrainait lévénement, événement couvert par deux chaînes de télévision nationales. Au Pakistan plus de 50 personnes se sont réunies pour un programme à la salle de conférences baháíe de Karachi. Des membres de la communauté Zikri du Pakistan y ont participé. La communauté Zihri est une secte pacifiste soufi de lislam. Aux États-Unis, des manifestations ont été programmées entre autre en Arizona, Arkansas, Californie, Colorado, Floride, Illinois, Indiana, Louisiane, Minnesota, Massachusetts, New Hampshire, New York, Caroline du Nord, Oregon, Pennsylvanie et Utah, selon le site web de la journée mondiale de la religion. La journée mondiale de la religion a été instituée en 1950 par lAssemblée spirituelle nationale des baháís des États-Unis. Les baháís célèbrent la journée en organisant des discussions, des conférences et autres évènements qui encouragent la compréhension et la communication entre adeptes de toutes les religions. En 1985, le Gouvernement du Sri Lanka a émis un timbre postal en commémoration de cette journée. Le but de la journée mondiale de la religion est dattirer lattention sur lharmonie des principes spirituels et sur lunité des religions du monde et de faire ressortir quune religion mondiale sera la force motivante de lunité du monde. Comme mentionné dans les Écrits baháís, » la religion devrait être une cause damour et daccord, un lien pour unir toute lhumanité car, cest un message de paix et de bon vouloir de Dieu aux hommes« et »la religion est le plus grand de tous les moyens pour létablissement de lordre dans le monde et pour la tranquillité de tous ceux qui y habitent.«
Bahá'í Nachrichten Deutschland 3/2002 (1. März), Seite 17 Religionen
gemeinsam gegen Gewalt Von Michael Paul Gollmer Bereits 1951 wurde der Weltreligionstag auf Anregung der Bahá'í von Vertretern unterschiedlicher Religionen in Stuttgart eingeführt. Das diesjährige Thema «Religionen gemeinsam gegen Gewalt» war unter dem Eindruck des 11. Septembers 2001 besonders aktuell. Eine Vorgabe für das Stuttgarter Gespräch war die Weimarer Erklärung des Interkulturellen Rats in Deutschland. Bei der Veranstaltung in der Herderkirche am Tag der deutschen Einheit 2001, die unter der Schirmherrschaft von Bundestagspräsident Wolfgang Thierse stand, stellten die Vertreter der Religionen einstimmig fest, dass «wirklich religiöse Menschen Gewalttaten ablehnen» und keine Fanatiker sind. Der Weltreligionstag fand dieses Jahr am 20. Januar im Neuen Schloss Stuttgart erstmals in Form eines Podiumsgesprächs statt. Diese Form hatte der Stuttgarter Arbeitskreis bewusst gewählt, um - über bloße Statements hinaus - einen Dialog zu ermöglichen, der auch kritische Zwischentöne zulässt. Für die vertretenen Religionen waren Professor Urs Baumann vom Institut für Ökumenische Forschung der Uni Tübingen, Meinhard Tenné vom Zentralrat der Juden, Paul Köppler von der buddhistischen Union, Nadeem Elyas vom Zentralrat der Muslime und Christopher Sprung vom Nationalen Geistigen Rat der Bahá'í geladen. Im Rahmen der Pressekonferenz einige Tage vor der Veranstaltung lobte Meinhard Tenné, ehemaliger Vorstandsprecher der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg, unser friedensstiftendes Engagement: «Die Bahá'í wollen Grenzen niederreißen und gemeinsame Wurzeln hervorholen.» Die Feierstunde wurde im Großraum Stuttgart durch Zeitung und Radio angekündigt, was einen guten Besuch garantierte. An die 450 Zuhörer folgten schließlich am Sonntagnachmittag gespannt dem Gespräch. Christopher Sprung erklärte, dass es nach unserem Glauben heute gelte, alle Absolutheitsansprüche über Bord zu werfen. Unser Anliegen sei weit mehr als Toleranz. Toleranz könne nämlich lediglich generöse «Duldung des Andersgläubigen» meinen; selbst glaube man aber noch an die eigene Überlegenheit, an die Alleingültigkeit seiner Wahrheit. An die gemeinsame Quelle der Religionen zu glauben, bedeute hingegen, alle Religionen «auf gleicher Augenhöhe zu umarmen». Der katholische Theologe Professor Urs Baumann sagte, er könne jeden nur darin bestärken, die eigene Religion «als die beste für sich selbst» zu verstehen, aber Andersgläubige hätten eben für sich selbst dasselbe Recht. Religionen seien wie Landkarten. Es gäbe unterschiedliche Landkarten, aber alle zeigten den Weg zum Ziel. Ähnlich äußerte sich Meinhard Tenné: «Jeder Glaubende muss glauben, die Wahrheit gefunden zu haben, darf diese aber nicht anderen überstülpen.» In seiner unverwechselbaren Art regte er eine gemeinsame Massendemonstration aller Gläubigen an: «Wenn nur die Hälfte dieser zwei Milliarden Menschen auf der Welt für den Frieden auf die Straße geht, könnte die Politik an einer solchen Kundgebung nicht mehr vorbei.» Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Nadeem Elyas, betonte, dass wenn wir das Friedenspotential einer Religion wirklich kennenlernen möchten, wir uns auf deren ersten Impuls, auf die frühe Zeit nach der Offenbarung konzentrieren sollten. Es sei unsere gemeinsame Aufgabe, die Zerrbilder unserer oft klischeehaften Vorstellungen der Religionen hinter uns zu lassen. Der Meditationslehrer Paul Köppler unterstrich, dass alle spirituellen Menschen - so sie auch einen Funken der Wahrheit erspäht haben - immer demütig bleiben und sich ihrer Unwissenheit bewusst sein sollten. Die geistige Wahrheit dessen, was wir Gott nennen, kann niemals verstanden werden. Die Anhänger der unterschiedlichen Religionen haben unterschiedliche Sichtweisen auf diese Realität, weil sie sich von verschiedenen Seiten annähern. So war der Konsens, der gefunden wurde, nicht nur ein Konsens im Ethischen, beispielsweise im Sinne der Goldenen Regel, sondern darüber hinaus auch eine Annäherung in Fragen geistiger Natur und des religiösen Weltbildes. Johannes Frühbauer von der Stiftung Weltethos betonte: «Zum Dialog zwischen den Religionen und Kulturen gibt es keine Alternative.» Das harmonische Gespräch am Weltreligionstag zeigte, dass eine fruchtbare Zusammenarbeit der Religionen in Deutschland durchaus denkbar ist. Der Moderator des Gesprächs, Andreas Rössler, Chefredakteur des Evangelischen Gemeindeblatts für Württemberg, verabschiedete sich am Sonntagabend von mir mit den Worten, er wolle nun schnell nach Hause, um noch am selben Abend einen Artikel für seine Zeitung zu verfassen. Dieser und weitere Presseberichte, unter anderem aus dem Politikteil der Stuttgarter Zeitung, sind im Internet unter www.weltreligionstag.de abrufbar.
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