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Teilnehmer
des Podiumgesprächs: Meinhard
Tenné Dr.
Paul Köppler Prof.
Urs Baumann Dr.
Nadeem Elyas Christopher
Sprung Johannes
Frühbauer Dr.
Andreas Rössler
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Pressespiegel Weltreligionstage
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Stuttgarter Zeitung vom 17. Januar 2000 Mehr als Waffenstillstand Nach 40 Jahren hat die Baha'i-Gemeinde Stuttgart eine alte Tradition wieder ausgegraben: den Weltreligionstag. 350 Leute kamen gestern in den weißen Saal des Neuen Schlosses, um zu hören, was Vertreter von sechs Religionen zum Frieden zu sagen haben. Die Veranstalter hatten sich ein hohes Ziel gesetzt. Die Übereinstimmungen in den Religionen und das Verständnis füreinander sollten betont werden. Dass es aber bis zu einem Frieden unter den Religionen noch ein weiter Weg ist, machte gleich der erste Redner Meinhard Tenné, deutlich. "Solange evangelische Christen versuchen, Juden zu missionieren, kann es keinen Religionsfrieden geben", sagte der Vorstandsprecher der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg. Dem Vertreter der evangelischen Christen, Siegfried Finkbeiner, war es daraufhin "äußerst unangenehm, als Vertreter meiner Kirche zu sprechen". Er betonte, dass der Großteil der evangelischen Christen in Stuttgart und Baden-Württemberg gegen eine Judenmission sei. "Frieden ist mehr als das Schweigen der Waffen. Es ist gegenseitige Achtung und Respekt", sagte der Pfarrer. Ähnliche Worte fand Fritz Kühn von der katholischen Kirche. "Keine Religion darf den Anspruch erheben, besser als alle anderen zu sein", sagte er. Die eigene Friedfertigkeit sei die Grundlage für das Verständnis der Religionen untereinander. "Friede kann nur von etwas entzündet werden, das selbst brennt." Ali Demir von der Religionsgemeinschaft des Islam konnte dem nur zustimmen. Nach einigen Koranzitaten fasste er zusammen: "Wir müssen über religiöse und nationale Grenzen hinweg zusammenhalten." Auch Hedwig Lauckner vom buddhistischen Kreis Stuttgart bemühte die Heiligen Schriften. Mitgefühl, Liebe und Verständnis seien die Antwort der Buddhas auf Streit. Vor dem Schlußwort durch Ulrich Börngen sagte Udo Schaefer von der Baha'i-Gemeinde, dass allen Religionen eigentlich eine unteilbare Religion Gottes zugrundeliege. "Die Pluralität der Religionen ist von Gott gewollt", sagte er. Sie dürfe aber kein Grund zu Unfrieden sein. Die Baha'i-Gemeinde Stuttgart hat nach eigenen Angaben etwa 50 Mitglieder. In Deutschland leben rund 6000 Baha'is. Ihre Religion ist im 19. Jahrhundert aus dem schiitischen Islam hervorgegangen. Katja Schmidt
Stuttgarter Nachrichten vom 17. Januar 2000 "Ein Krieg ohne Waffen" Meinhard Tenné, Vorstandssprecher der israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg, hat die evangelische Landeskirche wegen ihrer Haltung zur Judenmission stark kritisiert. Tenné bezeichnete den Versuch des Evangeliumdienstes für Israel, jüdische Zuwanderer aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion zum Christentum zu bekehren, als "Krieg ohne Waffen". Nach mehrjähriger Pause wurde auf Einladung des Baha'i-Zentrums in Stuttgart wieder der Weltreligionstag gefeiert. Vor rund 400 Zuhörern sprachen am Sonntag Vertreter von Buddhismus, Judentum, Islam und Baha'i im Neuen Schloss über Friede unter den Religionen als Voraussetzung des Weltfriedens. Doch mit der Judenmission, so Tenné, könne es keinen Frieden der Religionen geben. Gespräche mit den Offiziellen der Evangelischen Kirche in Württemberg seien bisher ohne Erfolg geblieben, "es wird weiter missioniert", beklagte Tenné und empfahl: "Diejenigen, die einen missionarischen Drang verspüren, sollten ihre eigenen Mitglieder missionieren, damit die Kirchen wieder voller werden." Pfarrer Siegfried Finkbeiner sagte dazu, der weitaus größere Teil der Evangelischen Kirche lehne die Judenmission ab: "Wenn die Kirchenleitung sich unscharf ausdrückt, tut mir das selber Leid." Tenné dankte ihm für diese Aussage mit einem Händedruck. Für die katholische Kirche forderte Pastoralreferent Frank Kühn, dass sich angesichts der wirtschaftlichen Globalisierung die Religionen zu einer "Globalisierung der Solidarität" zusammenfinden müssten. Das forderte auch Ali Demir für den Islam: "Um Gottes Willen für die Menschlichkeit müssen wir Bündnisse schließen." Das Prinzip der Liebe und Gewaltlosigkeit sei in allen heiligen Schriften verankert, erklärte Udo Schaefer für die Baha'i, "und doch ist der Hass nie so abgrundtief und grausam, als wenn die Motive aus dem Glauben gespeist werden." Jedoch wenn sich die Religion auf ihren ureigenen Zweck besänne, Liebe und Eintracht zu stiften, habe sie sich als integrierendste Kraft der Geschichte erwiesen. Der Weltreligionstag wird weltweit seit über 40 Jahren auf Anregung der Baha'i immer am dritten Januarsonntag gefeiert. Seine Botschaft sei es, so Guilda Rahmim vom hiesigen Vorbereitungskreis, "dass die Menschheit, die einen gemeinsamen Ursprung hat, in unserer Zeit zur Überwindung ihrer Zersplitterung gelangen muss". Simone Höckele
Zeitschrift Freies Christentum,
Ausgabe 2/2001 Die Menschen sind grundsätzlich zum Guten und zum Bösen fähig. Damit das Gute in ihnen überwiegt und sie an der Erhaltung statt an der Zerstörung der Schöpfung arbeiten, bedarf es innerer Freiheit. In diesem Punkt waren sich die Vertreter von Judentum, Buddhismus, Christentum, Islam und Bahá'í einig, die am 22. Januar in Stuttgart zum Thema 'Der Mensch - Krone oder Zerstörer der Schöpfung?' sprachen. Die Veranstaltung gehörte in den Rahmen des 'Weltreligionstags', den die Bahá'í vor gut 40 Jahren einführten und seither in über 80 Ländern jeweils am oder um den dritten Sonntag im Januar feiern. Der Meditationslehrer Paul Köppler von der Deutschen Buddhistischen Union empfahl einen 'Weg vom leidenden und Leid verursachenden zu einem freien, vollendeten, nicht mehr Leid verursachenden Wesen'. Gier, Haß und Verblendung seien die Ursachen des Leidens. Man könne aber deren 'Spiel' durchschauen, sich davon lösen und dafür 'von Mitgefühl und Weisheit erfüllt werden'. Wer so innere Freiheit gewinne, könne zu einer friedlichen und guten Umwelt beitragen. Meinhard Tenné als Vertreter des Judentums meinte, der Mensch 'müsse nicht unbedingt Zerstörer der Schöpfung sein'. Man könne 'so leben, daß das Gute obsiegen muß'. Der Muslim Ali Demir nannte den 'Glauben an den Schöpfer und an ein Jenseits' die Hilfe aus der Verzweiflung, der man in den gegenwärtigen Krisen sonst ausgeliefert wäre. Wie er bezeichnete auch Udo Schaefer von den gastgebenden Bahá'í den Menschen als 'Gottes Stellvertreter auf Erden'. Der Mensch habe als 'einziges der geschaffenen Wesen Anteil an der geistigen Welt'. Er werde nur glücklich, 'wenn die geistige Natur die Oberhand über die Triebe gewinne', und eben dafür müsse er sich 'in Freiheit entscheiden'. Den 'illusionslosen Realismus des biblischen Menschenbildes' machte der evangelische Theologe Wolfram Zoller am Kreuz als dem 'christlichen Zentralsymbol' deutlich. Am Kreuz Jesu als dem 'Opfergang der liebenden Hingabe' werde die Liebe als 'der geheime Urgrund der Welt' deutlich. Andreas Rössler
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