Staatsministerium Baden-Württemberg
16.01.2005
Staatssekretär Böhmler würdigt Stuttgarter
Weltreligionstag
Belebung von Religiosität
deutet sich auch in Deutschland an
Anlässlich des 6. Weltreligionstages würdigte der Kirchenbeauftragte der Landesregierung, Staatssekretär Rudolf Böhmler, den wachsenden Dialog von Kirchen und Religionsgemeinschaften in Stuttgart. Dies sei alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Im Jahr 2000 sei die jährliche Tradition einer Begegnung zwischen den Mitgliedern der verschiedenen Religionen in Stuttgart auf Initiative der Bahai-Gemeinde entstanden, ab 2003 habe OB Schuster die Schirmherrschaft übernommen und seit 2004 bestehe der „Runde Tisch der Religionen“.
In seiner Rede zeigte sich Staatssekretär Böhmler außerordentlich erfreut über den sich andeutenden Paradigmenwechsel bei der Einstellung der Bevölkerung zum Glauben. Nietzsches Einschätzung würde zunehmend widerlegt, wonach der Gottesglauben in der Welt schwinden werde. Stattdessen wachse weltweit und auch in Deutschland das Interesse an Religion neu. Freilich müssten neben allen Chancen einer religiösen Belebung auch die Konflikte zwischen Religionen ernst genommen und friedlich gelöst werden.
„Die Beziehungen zwischen Staat, Kirchen und Religionsgemeinschaften müssen aktiv gestaltet und gepflegt werden“, so Staatssekretär Böhmler. Die verfassungsmäßige Zuständigkeit hierfür liege in Deutschland bei den Ländern. Im Alltagsleben entscheide sich aber besonders auf der Ebene der Städte und Gemeinden, wie sich das Miteinander entwickle. „Stuttgart engagiert sich hierbei vorbildlich“, betonte Böhmler. Denn ob es sich um Fragen des Friedens, der wirtschaftlichen Entwicklung, des technologischen Fortschrittes oder auch der Naturkatastrophen handele - zunehmend seien die Menschen verschiedener Religionen gemeinsam betroffen. Statt eines „unverbundenen Nebeneinanders“ brauche es dringend ein „wachsendes Miteinander auf der Basis gemeinsamer Grundwerte.“
Die Landesregierung werde sich daher verstärkt um den Dialog mit den Religionsgemeinschaften bemühen, wie er mit den christlichen Kirchen bereits bestehe. Dies schließe den respektvollen Umgang miteinander, aber auch das offene Gespräch über strittige Fragen ein.
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