Weltreligionstag
Stuttgart 2002


Weitere Teilnehmer des Podiumgesprächs:

Meinhard Tenné
Zentralrat der Juden

Dr. Paul Köppler
Deutsche Buddhistische Union

Prof. Urs Baumann
Universität Tübingen, Ökumenische Forschung

Dr. Nadeem Elyas
Zentralrat der Muslime

Christopher Sprung
Nationaler Geistiger Rat der Bahá'í

Dr. Andreas Rössler
Moderation


 

Erklärungen des Interkulturellen Rats

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Johannes Frühbauer


 

 

 
 

Johannes Frühbauer
Stiftung Weltethos (Referent Bildungsarbeit)

Statement
«Religionen gemeinsam gegen Gewalt»

 
 


Zur Idee eines Weltethos, also eines gemeinsamen Menschheitsethos, gehört von Beginn an eine friedensethische Perspektive. Hans Küng hat hierzu eine dreigliedrige Sentenz formuliert, die diese Perspektive gewissermaßen als globales Postulat hervorhebt:
«Kein Frieden unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen. - Kein Frieden unter den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen. - Kein Dialog zwischen den Religionen ohne Grundlagenforschung in den Religionen.»

Friedensgebot und Gewaltsverbot sind zudem ethische Säulen, die die Erklärung zum Weltethos des Parlaments der Weltreligionen, das im Jahr 1993 in Chicago stattfand, tragen. Ausdrücklich heißt es dort, dass «die Menschheit einer Vision des friedlichen Zusammenlebens der Völker, der ethnischen Gruppierungen und der Religionen in gemeinsamer Verantwortung für unseren Planeten Erde» bedarf, einer Vision, die auf Hoffnungen, auf Zielen, Idealen, Maßstäben beruht. Und die Erklärung betont: «Gerade die Religionen tragen trotz ihres Missbrauchs und häufigen historischen Versagens die Verantwortung dafür, dass solche Hoffnungen, Ziele, Ideale und Maßstäbe wachgehalten, begründet und gelebt werden können.» Die Erklärung mahnt auch an, dass Friedensethos und Gewaltlosigkeit elementare Bestandteile im Wertekanon der Pädagogik sein müssen: «Bereits junge Menschen sollten in Familie und Schule lernen, dass Gewalt kein Mittel der Auseinandersetzung mit anderen sein darf. Nur so kann eine Kultur der Gewaltlosigkeit geschaffen werden.»

Diese friedensethischen Impulse des Weltethos haben fortgewirkt in weiteren internationalen Begegnungen und Dokumenten: So sind sie von zentraler Bedeutung für den «Aufruf an unsere führenden Istitutionen» des Parlaments der Weltreligionen in kapstadt 1999 oder jetzt aktuell im Manifest für den Dialog der Kulturen mit dem Titel «Brücken in die Zukunft». Der von UN-Generalsekretär Kofi Annan initiierte interkulturell-interreligiöse Bericht hebt neben Dialog und Wertegemeinschaft auch den wichtigen Aspekt der Versöhnung hervor.

Es bleibt schließlich zu betonen: Zum Dialog zwischen Religionen und Kulturen gibt es keine Alternative: Gerade wenn ethische Werte und Prinzipien wie Frieden und Gewaltlosigkeit im Leben der Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen alltägliche Wirklichkeit sein und bleiben sollen.

 

Links
Stiftung Weltethos
Deklaration des Parlaments der Weltreligionen
Erklärung zum Weltethos

 

 

 



Veranstalter:

Arbeitskreis für den Weltreligionstag
Bahá'í Gemeinde Stuttgart
Friesenstr. 26 - 70435 Stuttgart
Tel. (07 11) 80 60 71 47

 
 

 


stuttgart@weltreligionstag.de